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Bilder sehen immer anders aus

Farben, ein wertvolles Buch für Gestalter

Ihr Kopf kennt keine Ruhe. Das Buch zu den Farben

Unser Gehirn verbraucht im Ruhemodus, Standby- oder Default Modus volle Energie. Im Schlaf bearbeitet unser Gehirn Erfahrenes, macht es präsent und festigt es. Das Gehirn verarbeitet in Tag- und Nachtträumen nicht nur Erlebtes, sondern es wertet Farben, Kontraste und Bilder aus.

Hirnforschung anerkennt inzwischen die Spontanleistung des Einzelnen. Dies ist ein Vorgang, der in seiner Bedeutung der Entdeckung eines neuen Kontinentes gleich kommt. Unser Gehirn ist in der Lage wichtige Dinge zu filtern und nicht vorhandenes logisch hinzuzufügen. Jedes Bild, bei Licht besehen, sieht immer anders aus.

Alles sieht immer anders aus

Erkenntnisse um Licht, Beleuchtung, Farben, Farbstoffe und Pigmente sind Grundlage für buntes, bildhaftes Sehen. Eine wichtige Rolle spielen dabei Auflösung, Energie und alle Spektren des Lichtes. Durch Vervollkommnung der digitalen Darstellung von Bildern, ist es sowohl dem Computer, wie auch dem Gehirn möglich, Bilder auf die konkreten Inhalte und Farben zu reduzieren, zu komprimieren und sogar dreidimensionale Bilder, Hologramme zu erzeugen.

Beispiele für bessere, zweckbestimmte Betrachtung der Dinge sind Fernsehen, digitale Bildtechnik, Spektroskopie, Wärmebilder. Sie zeigen vollkommenere Detailtreue bei deutlich weniger Speicherbelegung. Wussten Sie, dass zwei übereinander projizierte Schwarz-Weißbilder ein farbiges Bild ergeben?

Wie sehen Sie wirklich aus

Wie sehen Sie für Presse, Fernsehen, Internet aus? Können Sie sich vorstellen, wie Sie im Licht, z. B. im Licht der Öffentlichkeit, aussehen? Wir sehen uns selbst anders, als Andere uns sehen. Wie Ihr Partner, Ihre Freunde Sie sehen, das mag für Sie denkbar sein. Jedes Aussehen ist durch Licht oder Farben manipulierbar.

Technik, Werbung, Presse, Politik, Umwelt bedient sich immer bewusster raffinierterer Methoden

In der Wissenschaft wandelt sich die Dekade der physikalischen Betrachtung der Dinge in die Erforschung der subjektiven Faktoren. Das eigene Selbst wird erkannt. Das Denken, Sprechen, selbst rationales Denken sind Eigenschaften und Formen des Individuums geworden.

Der Blick aus Ihrem Fenster

Sie wissen, wie viele Fenster Ihr Haus hat, aber wissen andere das auch? Vom Garten sieht Ihr Haus anders aus, als der Blick aus einem Ihrer Fenster. Sie erblicken Ihren Garten, mit allen Sinnen, mit den Augen, Ohren, mit Klangerlebnissen und Worten, mit Geruch-, Geschmack- und Tastsinn.

Die Technik des Hauses, wie Elektrik, Heizung, Energieverbrauch, Umweltbindungen, kann betrachtet werden. Sie können konkret Ihr Haus beschreiben. Aber wer kümmert sich um die einzelnen Bewohner ihres Hauses?

Tatsache ist, dass jeder Betrachter von seinem Standort aus anders sieht. Damit sieht er in Wirklichkeit immer etwas ganz Neues.

Sie stehen im Licht

Welches Licht fällt auf Sie, welches Licht leuchtet aus Ihnen? Die Erforschung der Farben gibt tiefe Einblicke in menschliches Bewusstsein, in Kultur, Natur und Weltraum.

Nicht allein Menschen nutzen die Möglichkeit störendes zu filtern, auszublenden und zum einmaligen Vorteil zu nutzen. Besonders auch im Tier- und Pflanzenreich gibt es zweckbestimmtes Aussehen, das der Evolution dient und diese erst ermöglicht. Was Bestand hat ist nicht Masse, sondern Klasse. Das Einmalige, wie Sie es heute sehen, ist Realität.

Farben und Formen im Bundeskanzleramt

Das Buch zu den Farben

Frau Gudrun Wolfschmidt hat in ihrem Buch mit großer Detailtreue und Leichtigkeit das Wissen um Farben beschrieben. Dies ist ein wertvolles Buch, das für professionelle Gestalter wie für naturwissenschaftlich denkenden Laien von hohem Interesse ist.

Anschaulich wird der Stand der Optik aus physikalischen, geschichtlichen, physiologischen und moralischen Zusammenhängen erklärt. Ob Newton oder Goethe Recht hatten, spielt heute keine Rolle mehr. Farbzusammenhänge und deren Auswirkungen lassen den Wert der Dinge deutlich in „anderem Licht“ erscheinen.

Persönliches

Frau Prof. Dr. Gudrun Wolfschmidt  leitet die Sternwarte Bergedorf und das Institut Geschichte der Naturwissenschaften, Mathematik und Technik an der Universität Hamburg.

Rezension Rolf Schröder, Ellerau

ISBN 978-3-8424-2200-1 Verlag Tradition GmbH, Mittelweg 177, 20148 Hamburg

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